Übersicht

Ein Grafiktablett kombiniert das vertraute Zeichengefühl von Stift und Papier mit den vielfältigen Möglichkeiten der modernen Bildbearbeitung.

Worauf kommt es an?

Eines der wichtigsten Kriterien bei der Geräteauswahl ist die Größe der aktiven Zeichenfläche. Hierbei handelt es sich um die Größe des Bereichs, in dem Eingaben mit dem Stift erfasst werden können. Bei einer kleinen Zeichenfläche muss der Stift oft abgesetzt werden bzw. gescrollt werden, was dem Zeichengefühl schaden kann. Eine große Zeichenfläche bringt aber den Nachteil mit sich, dass das Tablett insgesamt größer ist, und dadurch mehr Platz benötigt.

Weiterhin spielt die Anzahl der unterscheidbaren Druckstufen eine Rolle, sodass sowohl leichte als auch feste Berührungen erkannt und zu unterschiedlich intensiven Farbtönen führen. Gute Zeichentabletts erkennen über 1000 unterschiedliche Druckstufen.

Touch-Funktionalität bieten mittlerweile auch viele Tabletts. Hierdurch können beispielsweise Menüs direkt mit dem Finger (ohne Stift) bedient werden. Ob man daraus einen Nutzen zieht, ist stark von der persönlichen Präferenz abhängig. Einige Nutzer bevorzugen weiterhin die Verwendung einer Maus als zusätzliches Eingabegerät.

Im Profi-Bereich wird ein eingebautes Display wertgeschätzt. Hiermit sehen Sie ihre Zeichnung direkt auf dem Tablett und müssen nicht auf den PC-Bildschirm schauen. Da diese Option jedoch technisch aufwendig ist, findet man sie nur in hochpreisigen Geräten.

Welcher Hersteller?

Wacom ist der wohl größte und bekannteste Hersteller für Grafiktabletts, mit jahrzehntelanger Erfahrung. Die Produkte zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass die Stifte ohne Batterie auskommen und daher ein Aufladen entfällt.

Desweiteren gibt es noch die Hersteller Huion und Gaomon, welche gerade im unteren Preissegment oftmals Tabletts mit deutlich größerer Zeichenfläche als Produkte von Wacom anbieten.

Grafiktabletts für PC

Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Grafiktabletts nach Preissegment sortiert vorstellen.

Für Einsteiger (Bis 200€)

Einsteigern empfehlen wir ein Tablett mit mittelgroßer aktiver Fläche. Spezial-Funktionen wie Multi-Touch finden sich in diesem Preisbereich noch nicht.

für Fortgeschrittene (bis 500€)

Fortgeschrittene Nutzer benötigen eine große Zeichenfläche und profitieren von Funktionen wie Multi-Touch.

  • Wacom Intuos Pro M:
    Aktive Fläche: 224 x 148 mm
    Besonderheiten: Multi-Touch
    Preis: ca. 340€
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  • Wacom Intuos Pro L:
    Aktive Fläche: 311 x 216 mm
    Besonderheiten: Multi-Touch
    Preis: ca. 480€
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  • Huion Kamvas GT-191:
    Aktive Fläche: 434.88 x 238.68 mm
    Besonderheiten: integriertes Display
    Preis: ca. 450€
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für Profis (ab 500€)

Im Profi-Bereich sind Tabletts mit eingebautem Display Standard, sodass der Blick auf den PC-Monitor nicht mehr notwendig ist.

  • Wacom Cintiq Pro 13
    Aktive Fläche: 294 x 166 mm
    Preis: ca. 940€
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  • Wacom Cintiq Pro 16:
    Aktive Fläche: 345 x 194 mm
    Preis: ca. 1460€
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  • Wacom Cintiq Pro 24:
    Aktive Fläche: 522 x 294 mm
    Preis: ca. 2150€
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  • Huion Kamvas GT-220 V2:
    Aktive Fläche: 476.64 x 268.11 mm
    Preis: ca. 600€
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  • Huion Kamvas Pro 22:
    Aktive Fläche: 476.64 x 268.11 mm
    Besonderheiten: Stift benötigt keine Batterie (im Gegensatz zu den anderen Huion-Tabletts)
    Preis: ca. 780€
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Software

Um am PC effektiv zeichnen zu können, benötigen Sie eine entsprechende Grafiksoftware, die mit Grafiktabletts harmoniert. Die folgenden Programme sind empfehlenswert:

Einsteigern raten wir zu Sketchbook oder Krita. Diese Programme sind leistungsfähig, aber gleichzeitig relativ leicht zu bedienen und sind vor allem kostenlos verfügbar.

Die Alternative: Apple iPad (Pro)

Die neueren Generationen von iPad und iPad Pro verfügen ebenfalls über die Möglichkeit der Stifteingabe und sind daher als Grafiktablett einsetzbar. Sie erhalten also effektiv zwei Geräte in einem: Tablet und Grafiktablett. Wenn Sie von den zusätzlichen Funktionen eines Tablet profitieren könnten, kann dies eine gute Alternative zu einem klassischen Grafiktablett sein.

Mit Software wie Astropad (nur für macOS) oder Duet Display Pro (für macOS und Windows) ist es sogar möglich, das iPad mit dem Mac/PC zu verbinden und ähnlich wie ein normales Grafiktablett zu nutzen.

Um das Zeichengefühl zu verbessern, kann die Anschaffung eines matten Screen-Protectors sinnvoll sein, da die Glasfläche des iPad sonst sehr glatt und rutschig ist.

iPad vs iPad Pro

Sowohl iPad, als auch iPad Pro eignen sich gut zum Zeichnen. Das iPad Pro hat jedoch einige Vorteile:

  • laminiertes Display: das bedeutet, der Abstand zwischen Displayglas und Display ist gering. Man zeichnet mit der Stiftspitze quasi direkt aufs Display
  • größeres Display:
    iPad Pro: 10,5 Zoll oder 12,9 Zoll (je nach Modell)
    iPad: 9,7 Zoll
  • Antireflexbeschichtung
  • mehr Leistung, mehr RAM
  • 120 Hz Display: Dadurch ist die Latenz der Stifteingabe geringer. Man sieht „sofort“ was man gezeichnet hat
  • TrueTone: Die Farbdarstellung des Display passt sich dem Umgebungslicht an

iPad (Pro) Kaufen

Beachten Sie, dass der Apple Pencil nicht im Lieferumfang des iPad/iPad Pro enthalten ist und daher separat bestellt werden muss.

iPad Software

Analog zum PC benötigen Sie auch auf dem iPad entsprechende Software, die zum Zeichnen mit Stift geeignet ist. Wir empfehlen eines dieser Programme:

Einsteigern raten wir zu Sketchbook oder Illustrator Draw. Für Profis ist Clip Studio Paint optimal, ein sehr mächtiges, aber auch in der Bedienung recht kompliziertes Produkt.